Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT)  
   
 
Strahlentherapie Rosenheim
Zentrum für Hochpräzisionsbestrahlungen
Ärztlicher Leiter
Dr. E. Mergen

Modernste intensitätsmodulierte Hightech-Bestrahlungen werden seit 2009 auch im Routinebetrieb eingesetzt, insbesondere bei Prostata-Carcinomen.

Das Prinzip der intensitätsmodulierten Radiotherapie (IMRT) besteht darin, dass sich die Konturen des Bestrahlungsfeldes während der Behandlung in berechneter Weise verändern. Dies geschieht, indem sich schmale Bleilamellen im Strahlerkopf des Linearbeschleunigers vor und zurück bewegen und so verschiedene Formen des Bestrahlungsfeldes hervorrufen. Damit wird das Bestrahlungsvolumen individuell an die Form des Tumorgebietes angepasst und dadurch das gesunde Gewebe noch besser geschont.



Bild links: Hightech im Strahlerkopf. Millimetergenaue Anpassung des Bestrahlungsfeldes an die Kontur des Tumors

Bild rechts: Bleilamellen im Strahlerkopf des Linearbeschleunigers bewegen sich zur individuellen Anpassung an das Tumorgebiet fortlaufend vor und zurück und rufen so verschiedene Formen des Bestrahlungsfeldes hervor.

Man setzt die IMRT-Technik ein, wenn das Zielvolumen eine konkave Form aufweist oder neben dem Tumor in kurzer Distanz wichtige, kritische und strahlenempfindliche Organe lokalisiert sind. In solchen Fällen ermöglicht die IMRT eine Anpassung der Dosisverteilung an das Zielvolumen bei bestmöglicher Schonung des Risikoorgans. Damit lassen sich die Nebenwirkungen der Behandlung auf ein Minimum reduzieren. In manchen Fällen erlaubt der Einsatz dieser aufwendigen Technik Tumoren mit höherer Dosis zu bestrahlen. Damit können sich die Heilungschancen für Patienten z.B. mit lokalisiertem Prostatacarcinom weiter verbessern.

Optimale Vorbereitung einer intensitätsmodulierten Präzisionsbestrahlung an der Prostata durch aussagekräftige Bildgebung:

Bild links: CT der Prostataregion

Bild in der Mitte: Die Kernspintomographie ist bei der Lokalisierung des Prostatacarcinoms genauer als die Computertomographie. Um eine möglichst hohe Auflösung der Schnittbilder für eine optimale Bestrahlungsplanung zu erreichen, wird eine besondere Kombination von Oberflächen- und Endorektalspule benötigt.

Bild rechts: MR-Spectroskopie der Prostataregion. Da Prostatakarzinome zur Energiegewinnung verstärkt Citrat verbrauchen, sinkt der intrazelluläre Citratgehalt von Prostatagewebe bei Prostataerkrankungen ab. Cholin ist ein Bestandteil der Zellmembran und bei bösartigen Prostataerkrankungen, einhergehend mit Zellvermehrung, erhöht. Für eine besonders kleinvolumige Boost-Bestrahlung kann das Prostatakarzinom durch eine Magnetresonanz-Spektroskopie also an einer Citrat-Erniedrigung und einer Cholin-Erhöhung erkannt und noch besser eingegrenzt werden.

Bild: optimale Dosisanpassung bei Bestrahlung eines Prostata-Carcinoms mittels intensitätsmodulierter Radiotherapie (IMRT): mittig am unteren Bildrand der ausgesparte Enddarm