Trigeminusneurinome  
             
 

Hochpräzisionsbestrahlung von Trigeminusneurinomen

Die radiochirurgische Therapie der Trigeminus Neuralgie gehört mit zu den ersten radiochirurgischen Eingriffen. Bereits 1951 wurde von Leksell eine radiochirurgische Behandlung des Cavum Meckeli bei Trigeminusneuralgie durchgeführt. Erst mit Weiterentwicklung der bildgebenden Verfahren Ende der 80er Jahre gewann diese Behandlung wieder an Bedeutung. Mittlerweile macht die Radiochirurgische Behandlung der Trigeminusneuralgie zusammen mit der Epilepsie Behandlung den Hauptanteil der funktionellen radiochirurgischen Behandlungsindikationen aus.

Die Ursache der Trigeminusneuralgie oder Tic Douloureux sind vielfältig, nebender idiopathischen Form, bei der ein Gefäß-Nervenkontakt als Ursache angenommen wird, können auch raumfordernde Prozesse (z. B. Tumore) zu einer Kompression der Eintrittszone oder des weiteren Verlaufs des Nervus Trigeminus zu den bekannten Symptomen führen. Bei Nachweis eines Tumors spricht man von einer sekundären Trigeminusneuralgie, sonst von einer idiopathischen Trigeminusneuralgie.

Therapie: Bei der sekundären Trigeminusneuralgie genügt es oft, die zugrunde liegende Pathologie in üblicher Weise zu behandeln, dies kann sowohl eine mikrochirurgische Operation umfassen, als auch die Radiochirurgie oder stereotaktisch fraktionierte Strahlentherapie z. B. eines Meningeomes in diesem Bereich.

Bei der Behandlung der idiopathischen Trigeminusneuralgie ist die medikamentöse Behandlung Therapieoption der ersten Wahl. Bei Therapieversagen oder Nebenwirkungen durch die Medikation galten bisher die operativen Therapiemöglichkeiten, allen voran die mikrovaskuläre Dekompression nach Janetta, als Therapieoption der Wahl. Hier kann die Radiochirurgie alternativ angeboten werden. Dabei wird ein sehr kleines Strahlenfeld von wenigen Millimetern Durchmesser mit einer maximalen Dosis von 80 - 90 Gy auf den Nerv appliziert. Um eine optimale Genauigkeit zu gewährleisten, werden sowohl computertomografische, als auch kernspintomografische Aufnahmen zur Behandlungsplanung angefertigt.

Ein Erfolg der radiochirurgischen Behandlung in Bezug auf die Schmerzsymptomatik kann bereits nach 24 Stunden auftreten. Die Mehrzahl der Patienten bemerkt allerdings erst nach 1 - 4 Monaten eine Besserung. In manchen Fällen lässt der Erfolg aber auch bis zu einem halben Jahr und länger auf sich warten.

Nebenwirkungen beschränken sich auf Gefühlsstörungen im Gesichtsnervenbereich der erkrankten Seite in etwa 5 % der Fälle. Die gefürchtete Komplikation der Anaesthesia Dolorosa und der sekundären Keratitis werden nach einer Radiochirurgie nicht beobachtet. Als etwas ungünstiger für den Therapieerfolg gelten atypische Beschwerden, vorangegangene chirurgische Eingriffe, Sensibilitätsstörungen im Gesichtsnervenbereich bereits vor Behandlung sowie die Multiple Sklerose. Bei ungenügendem Therapieergebnis besteht die Möglichkeit einer Zweitbehandlung ebenso wie die Möglichkeit eines mikrochirurgischen Eingriffs.